B.I.A. Bioelektrische Impedanz Analyse

Durch die Bioelektrische Impendanz Analyse ist im Rahmen der Sprechstunde für Fettstoffwechselerkrankungen und Adipositas eine wichtige diagnostische Maßnahme gegeben, da sie eine Auskunft über den Ernährungszustand ermöglicht.

Die B.I.A. ist eine elektrische Widerstandsmessung am menschlichen Körper. Durch je zwei Hautelektroden an der Hand und am Fuß wird ein elektrisches Wechselstromfeld erzeugt. Durch die unterschiedlichen Widerstände der verschiedenen Gewebe des Körpers ist die Unterteilung in Wasser und Fettmasse möglich. Das elektrolythaltige Körperwasser leitet gut, während Körperfett als Isolator wirkt. Über die Widerstandsmessung kann man daher die Körperzusammensetzung exakt messen, andere Komponenten lassen sich errechnen, so dass der Ernährungszustand prognostiziert werden kann.

Durchführung der Messung

Um möglichst genaue Ergebnisse zu erhalten, sollten folgende Regeln beachtet werden:

1. Allgemeine Regeln vor der Messung:

  • keine schweren Mahlzeiten vor der Messung
  • die letzte sportliche Betätigung sollte 12 Stunden zurückliegen
  • der letzte Alkoholkonsum sollte 24 Stunden zurückliegen

2. während der Messung im Liegen:

  • die Elektroden an der dominanten (meist rechten) Seite anbringen
  • die Arme sollten neben dem Körper liegen, ohne diesen zu berühren
  • Ohringe, Uhren etc. dürfen anbehalten werden

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Die Messparameter der B.I.A. und ihre Bedeutung

Die Impendanz ist der Gesamtwiderstand eines biologischen Leiters gegen Wechselstrom. Dieser unterteilt sich in den Widerstand des elektrolythaltigen Körperwassers (Resistance) und den Widerstand der Körperzelle (Reactance).

Resistance

Die Resistance bietet ein Mass für die Berechnung des Körperwassers bei gesunden, normalgewichtigen Personen. Sie entsteht zu ca. 95% an den Extremitäten und ist damit durch äußere (Temperatur) und innere Bedingungen (körperliche Aktivität ) leicht zu beeinflussen.

Resistance-Normwerte Frauen: 480 - 580 Ohm
Resistance-Normwerte Männer 380 - 480 Ohm

TOTAL BODY WATER TBW (Körperwasser)

Das in den Geweben enthaltene Wasser wird bei der Impendanzmessung sehr genau bestimmt. Eingelagerte Flüssigkeit und Wasser, das noch nicht vom Körper aufgenommen wurde, wird durch die Messung nicht erfasst.

Verteilung des Ganzkörperwassers TBW:
Extrazellulär: 43% des TBW
Intrazellulär: 57% des TBW

Normalwerte Männer: 50 - 60 %
Normalwerte Frauen 55 - 65 %
Sehr muskulös 70 - 80 %
Adipös 45 - 50 %

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BODY FAT BF (Körperfett)

Auf Grund seiner Dichte von 0,9 g/cm³ wirkt das Fett als Isolator für den Wechselstrom. Die Fettmasse errechnet sich aus der Differenz von Magermasse und Körpergewicht.

Normalwerte Männer: 10 - 15 % des Gesamtkörpergewichtes
Normalwerte Frauen: 20 - 25 % des Gesamtkörpergewichtes

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LEAN BODY MASS LBM (Magermasse)

Die Magermasse ist der "Ergänzungswert" zur gemessenen Fettmenge des Körpers. Da sie einen Wassergehalt von ca. 73% hat, wird die Magermasse auf der Grundlage des bestimmten Körperwassers errechnet.

Die Magermasse wird in Body Cell Mass (Körper- Zellmasse) und Extra Cellular Mass (extrazelluläre Masse) unterteilt:

Body Cell Mass BCM (Körperzellmasse)

Die BCM ist die zentrale Grösse bei der Beurteilung des Ernährungszustandes, da sie alle Zellen umfasst, die für den Stoffwechsel verantwortlich sind. Die Erhaltung der BCM ist deshalb zentrale Aufgabe aller Ernährungstherapien.

Norm- / Idealwerte für Männer: 53 - 60 % der Magermasse
Norm- / Idealwerte für Frauen 51 - 58 % der Magermasse

Extra Cellular Mass ECM (extrazelluläre Masse)

Der ECM umfasst den "Rest" der Magermasse. Bestandteile der ECM sind v.a. bindegewebige Strukturen wie Kollagen, Elastin, Haut, Sehnen, Knochen sowie interstitiellem Wasser (Aszites, Ergüsse etc.).

Index

Der ECM / BCM - Index ist bei gesunden Menschen deutlich kleiner als 1, da die Body Cell Mass BCM stets größer als die extrazelluläre Masse ECM ist. Ein steigender ECM / BCM – Index ist daher ein frühzeitiger Warnhinweis auf eine Verschlechterung des Ernährungszustandes.

Phasenwinkel

Der Phasenwinkel dient zur Unterscheidung der beiden Komponenten Resistance und Reactance. Der Phasenwinkel lässt Aussagen über den Zustand der Zelle und den Gesundheitszustand des Organismus zu. Ein hoher Phasenwinkel sprechen für gut ernährte Zellen, ein niedriger für schlecht ernährte Zellen.

Normwerte: 5,0° bis 9,0°

% Zellanteil

Der Anteil der Zellmasse innerhalb der BCM wird als eigene Grösse angegeben. Bei einer Veränderung der Zellmasse kann mit Hilfe dieser Grösse unterschieden werden, ob eine Wasserverschiebung oder Stoffwechselvorgänge diese Veränderung hervorgerufen haben.

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