Belastungs-EKG (Ergometrie)

Bei der Ergometrie erfolgt eine kontinuierliche Aufzeichnung des EKG und des Blutdrucks unter Belastung. Die Belastung ist definiert und wird zumeist mit einem Fahrradergometer nach einen Stufenprotokoll durchgeführt.

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Die Belastung beginnt in der Regel bei 25 Watt und wird kontinuierlich gesteigert. Die Belastung wird solange fortgeführt, bis die Belastungsgrenze der Herzfrequenz von 220-Alter erreicht ist.

Unter Umständen muss die Belastungszeit vorher abgebrochen werden, beispielsweise, wenn der Patient muskulär erschöpft ist, Atemnot bekommt, Herzschmerzen verspürt, einen übermäßigen Anstieg des Blutdrucks zeigt oder wenn im EKG Zeichen einer Durchblutungsstörung des Herzens oder Rhythmusstörungen auftreten. Bei vorzeitigem Abbruch ist die Aussagefähigkeit der Untersuchung jedoch eingeschränkt.

Nach der Belastung erfolgt eine mindestens fünfminütige Nachbeobachtung, in der EKG und Blutdruck weiter registriert werden. Die Veränderungen in dieser Erholungsphase liefern ebenfalls wichtige Aussagen und sind Bestandteil einer Ergometrie.

Welche Aussagen gewinnt der Arzt durch eine Ergometrie?

  • Beurteilung der Leistungsfähigkeit (wichtig vor Festlegung von Trainingsprogrammen, z.B. bei übergewichtigen Patienten)
  • Beurteilung des Blutdruckverhaltens, z.B. Neuerkennen eines Bluthochdrucks, der erst bei Belastung (u.U. auch schon bei Alltagsbelastungen wie Tragen schwerer Taschen oder Treppen steigen, vorhanden ist), z.B. Überprüfung der Wirksamkeit der medikamentösen Therapie des Bluthochdrucks
  • Erkennen von Herzrhythmusstörungen, die erst unter Belastung auftreten und u.U. gefährlich sein können.
  • Erkennen von noch unbemerkten Durchblutungsstörungen des Herzens. Unter Belastung steigt der Sauerstoff- und damit der Blutbedarf. Durchflutungsstörungen treten u.U. erst durch diesen erhöhten Bedarf in Erscheinung
  • Diagnostische Klärung von Herzschmerzen. Schmerzen im Brustkorb können Ursache einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße sein (Angina pectoris), die sich oft durch eine Belastungsuntersuchung erfassen lassen. In dieser Situation ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden deutlich erhöht. Auf der Grundlage der Belastungsuntersuchung können dann weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen folgen (z.B. Herzkatheteruntersuchung).

Ablauf der Untersuchung


Die Belastungsuntersuchung ist mit wenigen Komplikationen verbunden. Während der Untersuchung erfolgt eine ständige Überwachung durch den Arzt, der Blutdruck und EKG immer sofort auswertet und bei schwerwiegenderen Veränderungen von Blutdruck und EGK die Untersuchung abbricht. In einigen Fällen treten bei stark verengten Herzkranzgefäßen Brustschmerzen (Angina pectoris) auf.

Aus diesem Grunde findet die Untersuchung in ständiger Anwesenheit des Arztes statt und die erforderlichen Geräte und Medikamente zur Behandlung solcher Komplikationen sind immer griffbereit. Um die Wahrscheinlichkeit solcher Komplikationen gering zu halten, darf beispielsweise bei folgenden Patienten eine Belastungsuntersuchung nicht durchgeführt werden:

  • bei Patienten mit akuten Krankheitszuständen des Herz-/Kreislauf- und Atmungssystems, z.B. frischer Herzinfarkt, Lungenembolie, tiefe Venenthrombose, schwere Herzrhythmusstörungen
  • bei Patienten mit höhergradigen Herzklappenfehlern
  • bei entzündlichen Herzerkrankungen (Myokarditis, Perikarditis)
  • bei schwerem arteriellem und pulmonalem Bluthochdruck

Was Sie noch wissen sollten

Die Aussagekraft der Untersuchung hängt sehr entscheidend von der Mitarbeit ab. Sie sollten also in jedem Fall bemüht sein, die maximale Belastungsfrequenz zu erreichen. Das gilt natürlich nur, wenn keine Beschwerden auftreten, wie Schwindel, zunehmende Atemnot, Herz-/Brustschmerzen. Alle diese Symptome sind natürlich Anlass, die Untersuchung sofort zu beenden.

In einem Aufklärungsgespräch mit dem durchführenden Arzt werden Sie darüber informiert.

Durch die Belastungsuntersuchung werden Sie stark schwitzen. Tragen Sie daher am besten Sportkleidung (z.B. Jogginganzug oder Trainingshose) und Baumwollsocken. Vermeiden Sie enge Kleidung.

Halten Sie etwas zu trinken vorrätig, um Ihren Flüssigkeitsverlust nach starkem Schwitzen ausgleichen zu können (am besten ungesüßt, ohne Sprudel).